GEDOK Karlsruhe Künstlerinnenforum

Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstfreunde e.V.

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Ida-Dehmel-Literaturpreis - GEDOK Literaturförderpreis

Monika Maron - Barbara Schibli

Samstag, 16.09.2017 um 19.30 Uhr - Literarische Gesellschaft im PrinzMaxPalais

 

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BNN-Bericht

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Archiv: Ute Reisner
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Letzte Aktualisierung:
22.09.2017

 

Preisverleihung und Lesung

Eine Veranstaltung des GEDOK Bundesverbandes in Kooperation mit der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Hansgeorg Schmidt-Bergmann

Grußworte:
Prof. Dr. Hansgeorg Schmidt-Bergmann, Vorsitzender der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe und Leiter des Museums für Literatur am Oberrhein
Prof. Ulrike Rosenbach, Präsidentin des GEDOK Bundesverbandes

Laudatio für Monika Maron: Dr. Michael Grisko
Laudatio für Barbara Schibli: Friederike Kretzen

Lesung der Preisträgerinnen Monika Maron und Barbara Schibli

Musik: Rita Huber-Süß, Stimmperformance

 

Monika Maron, Foto: Jonas Maron Monika Maron - Foto: Jonas Maron

Monika Maron lebte von 1951 bis 1988 in der DDR. Ihr Debütroman Flugasche erschien 1981. Wegen des kritischen Inhalts erschien dieses »erste Umwelt-Buch der DDR« nicht in der DDR, sondern in Westdeutschland bei S. Fischer. Seitdem schrieb Monika Maron zahlreiche Romane und andere Werke mit Essays und Erzählungen, von denen besonders der Roman Animal triste von 1996, einer der schönsten Liebesromane, auf ein großes Echo stieß. In ihrem Roman Endmoränen von 2002 erzählt Monika Maron leise, unaufgeregt und sehr präzise eine Geschichte vom Älterwerden aus der Sicht einer Frau, die gerade dabei ist, sich selbst zu überleben. Der phantastische Roman Zwischenspiel von 2013 fragt mit großer Leichtigkeit und humorvoll, aber auch tiefgründig, nach den Konsequenzen von Entscheidungen. Gibt es ein Leben ohne Schuld? Wäre ein anderer Weg möglich gewesen?

Jurybegründung: Monika Maron hat einen Kosmos bedeutender Personen und Geschichten erfunden, der zeitlos aus der Vergangenheit in die Gegenwart reicht, uns unserer Gegenwart immer wieder entreißt, ohne ihr zu entfliehen und ohne die Verbindung zu ihr zu verlieren. Ihre wirklichkeitsnahe Thematik, ihre Tiefe, ihr Ernst und die Schärfe der Gedanken sind beeindruckend. Erzählt wird formal eher traditionell, doch zugleich sehr „von heute“, glaubwürdig und überzeugend. Gekonnt die auch phantastische Elemente nutzenden Erzählstrategien, spannend durch ihre psychologischen und kritischen Stilmittel, die sie meisterhaft einsetzt. Unangestrengt weiten sich Einzelerlebnisse ins Allgemeine und Philosophische. Daher kam die Jury zu dem Votum, Monika Maron mit dem Ida Dehmel Preis für ihr Lebenswerk zu würdigen.

 

Barbara Schibli - Foto: Johanna Bossard Barbara Schibli - Foto: Johanna Bossart

Barbara Schibli, 1975 in Baden (Schweiz) geboren und im Aargau aufgewachsen. Sie hat Germanistik, italienische Literaturwissenschaft und Publizistik studiert. Seit 2000 lebt sie in Zürich und arbeitet als Gymnasiallehrerin in Baden. Sie stellte sich der Jury mit einem Auszug aus ihrem Debütroman Flechten, der am 6. September 2017 erscheint und als E-Book bereits erhältlich ist. Zum Inhalt: Wer bin ich? Diese Frage ist für Anna nicht einfach zu beantworten, denn sie ist ein eineiiger Zwilling. Anna arbeitet als Flechtenforscherin, während ihre Schwester Leta sich der Fotografie widmet. Beide betrachten die Welt durch eine Linse: Anna durch das Mikroskop, während Leta seit der Kindheit Anna zu jeder Zeit fotografiert. Als Anna zur Eröffnung von Letas Fotoinstallation „Selbstbeobachtung“ fährt, fühlt sie sich von ihr verraten, missbraucht und ausgelöscht. Denn Leta hat das einzige Zeichen, das sie beide unterscheidet, wegretuschiert.

Jurybegründung: Der Debütroman Flechten von Barbara Schibli zeigt eine interessante und komplexe Erzählstrategie, Sprache und Stil in guter Übereinstimmung zum Thema und Milieu. Detailgenaue Beobachtungen, die zu differenzierter Darstellung führen - ein lebendiger, fesselnder Text, der neugierig auf den gesamten Roman macht. Der Debütroman ist eine schöne Montage aus Vergangenheit und Gegenwart, bezieht seine Spannung aus dem Kontrast von Familiengeschichte und Gegenwart und hat mehrere Ebenen, sprachlich und thematisch originell und stimmungsvoll. Zeitweise überraschender Stil erinnert an die Autorinnen der Neuen Sachlichkeit.

Die Jury war sich einig, dass Barbara Schibli eine absolute Entdeckung ist. Die Auflage für den GEDOK Literaturförderpreis 2017 war, dass sich die vorgeschlagenen Autorinnen in ihrem Werk mit dem Thema „Digitale Familie“ befassten. Das ist Barbara Schibli mit dem Text aus ihrem Debütroman in jedem Fall hervorragend gelungen.

 

Literarische Gesellschaft im PrinzMaxPalais
Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Eintritt frei